Ein Austausch kann aber auch schon früher notwendig werden: etwa, wenn die Polster im Inneren nachgegeben haben, Styroporteile verformt sind oder Gummiteile porös werden. Dies kann sich auf die Schutzwirkung, auf den Tragekomfort und unter Umständen auch auf die Belüftung negativ auswirken. Ein Wechsel ist auch dann angezeigt, wenn der Helm harten Schlägen ausgesetzt war. Selbst ´wenn äußerlich keine Beschädigungen erkennbar sind, kann die Struktur geschädigt sein. Hat nur das Visier Kratzer abbekommen, lässt sich dies dagegen unter Umständen durch einen schlichten Austausch der Frontklappe beheben.
Da es um den Schutz eines der wertvolleren Körperteile geht, ist es ratsam, beim Neukauf auf Qualität zu achten. Als Mindeststandard gilt die Norm ECE-R-22.06, die 2021 eingeführt wurde und auf neuen, angepassten Prüfvorschriften beruht. Helme nach der alten Norm 22.05 dürfen jedoch weiter verwendet werden. Um festzustellen, ob der Helm passt, reicht es nicht, ihn kurz überzuziehen. Er sollte bei der Anprobe zumindest zehn Minuten oder länger oben bleiben. Er muss straff am Kopf sitzen, darf zugleich aber keine Druckstellen verursachen.
Auch das Gewicht ist ein wichtiger Aspekt. Leichtere Modelle bieten gegenüber schwereren einen größeren Tragekomfort; weniger Gewicht bedeutet bei einem Aufprall außerdem eine geringere Belastung der Halswirbelsäule. ”Fehlen darf vor der Kaufentscheidung auf keinen Fall eine Probefahrt. Sie zeigt, ob man sich beim Fahren mit dem Helm wohlfühlt und ob dieser mit den Strömungsverhältnissen des Motorrades harmoniert”, erklärt Motorradexperte Kuppinger. Der Geräuschpegel im Helm darf nicht zu hoch sein, Biker dürfen aber auch nicht zu stark von Signalen und Geräuschen anderer Verkehrsteilnehmer abgeschottet sein.
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