Verunglückt ein Kind im Straßenverkehr, ist das immer ein besonders tragisches Ereignis. Deshalb befasst sich die Unfallforschung intensiv mit Verkehrsunfällen von Kindern: Wie viele Kinder verunglücken in Deutschland, und wie verändert sich das Unfallgeschehen im Laufe der Jahre? Gibt es regionale Unterschiede?
Bereits zum dritten Mal setzt die BASt mit ihrem Kinderunfallatlas den Fokus auf regionale Unfalldaten von Kindern bis zu einem Alter von 14 Jahren, die im Straßenverkehr schwer oder tödlich verunglücken. Wie beim ersten und zweiten Kinderunfallatlas wurden die Unfalldaten wieder über einen 5-Jahreszeitraum betrachtet. Basis dieser Analysen sind die Unfalldaten der Jahre 2015 bis 2019 sowie die Mobilitätsdaten der Studie in Deutschland.
Die Auswertung des regionalen Unfallgeschehens zeigt, dass die Gefahr für Kinder, als Fußgänger in dicht besiedelten Gebieten zu verunglücken, vergleichsweise hoch ist. Kinder als Radfahrer sind in zentralen Städten ländlicher Regionen am meisten gefährdet. Das Risiko im Pkw zu verunglücken, ist in ländlichen Gegenden und in kleinstädtischen Räumen besonders hoch. Kinder in den Stadtstaaten und in kreisfreien Städten sind mehr zu Fuß unterwegs als in den meisten Flächenländern oder in Landkreisen. Mit dem Fahrrad werden sowohl in der nördlichen Hälfte als auch im äußersten Süden der Bundesrepublik mehr Kilometer zurückgelegt. Im Norden und Nordosten Deutschlands sowie in Baden-Württemberg und Hessen werden Kinder als Mitfahrer im Pkw besonders viele Kilomater pro Tag gefahren.
Die Ergebnisse des neuen Kinderunfallatlas sollen dazu beitragen, Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit zu entwickeln und umzusetzen. Mögliche altersgerechte Ansätze sind die Wegesicherung von Grundschülern als Fußgänger und von älteren Kindern als Radfahrer. Hierbei können Schulweg-Trainingsprogramme, die Etablierung von Radfahr-Trainingsprogramme für 10- bis 14-Jährige sowie die Verbesserung von Geh- und Radwegen eine wichtige Rolle spielen. Eine weitere Maßnahme ist die gezielte Ansprache von Eltern, die eine sichere und aufmerksame Teilnahme am Straßenverkehr idealerweise vorleben und mit ihren Kindern aktiv einüben.
Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
Foto: Dekra, Infografik: BASt