Gesamtdeutsche Erfolgsgeschichte für Mobilität und Verkehrssicherheit

- In der DDR galt die Regelung bis zur Wiedervereinigung
- Modellprojekt 2014 bis 2020 mit positiven Ergebnissen
- Elf Bundesländer hatten die Möglichkeit schon bisher genutzt
In der damaligen DDR konnten 15-Jährige seit jeher den Mopedführerschein erwerben. Mit der Wiedervereinigung war das zunächst Geschichte, das Mindestalter für Kleinkrafträder bis 50 cm³ Hubraum bzw. bis 45 km/h Höchstgeschwindigkeit betrug ab 1990 in Deutschland 16 Jahre.
„Schon früh war für uns eines ganz klar: Es ist für die Verkehrssicherheit besser, wenn junge Menschen nach einer professionellen theoretischen und praktischen Ausbildung sowie theoretischen und praktischen Prüfung die Fahrerlaubnis der Klasse AM erwerben, als nur mit theoretischer Prüfung mit dem Mofa am Straßenverkehr teilzunehmen“, so Dr. Schmidt.
Die Idee eines Modellprojekts für AM15 – anfangs sehr umstritten – wurde ab 1. Mai 2013 in den Bundesländern Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen in die Tat umgesetzt; bis 2017 stießen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern dazu. In einem, wie sich später zeigte, fehlerhaften Evaluationsbericht wurde das Modellprojekt als gescheitert dargestellt. „Damals konnten wir als DEKRA das Evaluationsergebnis widerlegen und zeigen, dass AM15 vielmehr ein Erfolg war“, erinnert sich der Experte.
Die Behörden der am Modellprojekt beteiligten Bundesländer bestanden aufgrund der Erkenntnisse von DEKRA darauf, AM15 weiterzuführen. Das Bundesverkehrsministerium änderte im Jahr 2020 das Straßenverkehrsgesetz und die Fahrerlaubnisverordnung und ermächtigte die Länder, AM15 freiwillig einzuführen. Neben den Flächenländern in Ostdeutschland taten das auch sechs „alte“ Bundesländer. Mit der jetzt verkündeten Änderung der FeV gilt die Regelung bundesweit einheitlich.
„Gerade im ländlichen Raum ist individuelle Mobilität für Jugendliche ein hohes Gut. Mit AM15 erhalten sie die Möglichkeit, diese zu erleben – und zwar gut ausgebildet und geprüft“, so Dr. Andreas Schmidt. „Das ist eine gute Nachricht für die Verkehrssicherheit in Deutschland.“
Dekra