- Umfrage des TÜV-Verbands: 71 Prozent der Bundesbürger sprechen sich für eine Helmpflicht aus
- Gut jede:r Zweite fährt regelmäßig mit dem Fahrrad
- Für höhere Sicherheit Ausbau der Fahrradinfrastruktur notwendig
- Tipps für Kauf und Nutzung von Fahrradhelmen
Laut den Ergebnissen der Umfrage sind 54 Prozent der Bundesbürger regelmäßige Fahrradfahrer, die ihr Rad mindestens einmal pro Monat nutzen. Bei den Jüngeren (16 bis 29 Jahre) liegt der Anteil der regelmäßigen Radler mit 62 Prozent am höchsten, gefolgt von den 30- bis 59-Jährigen mit 59 Prozent. Bei den Älteren ab 60 Jahren fahren immerhin noch 47 Prozent regelmäßig mit dem Rad. „Selbst unter Radfahrern findet die Helmpflicht breite Zustimmung“, sagt Goebelt. Fast zwei von drei Fahrradfahrer (65 Prozent) sprechen sich für eine Helmpflicht aus. „Eine Helmpflicht für Radfahrer sollte bei den hohen Zustimmungswerten in der Bevölkerung stärker diskutiert werden“, sagt Goebelt. Gegner einer Helmpflicht befürchten, dass viele Menschen auf das umwelt- und klimafreundliche Radfahren verzichten und stattdessen andere Verkehrsmittel nutzen. Allerdings reicht der Selbstschutz aus Sicht des TÜV-Verbands bei weitem nicht aus, um das Fahrradfahren generell sicherer zu machen. Goebelt: „Die Verkehrsinfrastruktur für das Fahrrad muss mit breiteren und baulich getrennten Radwegen, Radschnellwegen und fahrradfreundlichen Kreuzungen konsequent ausgebaut werden.“
TÜV-Sicherheitstipps für den Kauf eines Fahrradhelms
– Fahrradhelme müssen in der Europäischen Union die Norm EN 1078 erfüllen. Mit dem CE-Zeichen können die Hersteller selbst erklären, dass sie die vorgegebenen Sicherheitsstandards einhalten. Zusätzliche Orientierung bieten GS-Zeichen und TÜV-Prüfzeichen. Helme mit diesen Prüfzeichen sind von einer unabhängigen Stelle geprüft worden. So können Verbraucher sicher gehen, dass die Helme den Anforderungen auch tatsächlich entsprechen. Die Prüforganisationen testen unter anderem das Dämpfungsvermögen und die Funktion von Kinngurt und Verschluss. Darüber hinaus müssen die Helme Stürze aus einer Höhe von 1,50 Meter auf einen flachen Untergrund und aus 1,05 Meter auf eine satteldachförmige Kante schadlos überstehen.
– Entscheidend für die Wirksamkeit eines Fahrradhelms ist der richtige Sitz. Im Fall eines Sturzes darf der Helm nicht verrutschen. Daher sollte der Helm möglichst gut zur Größe und Form des Kopfes passen und vor der ersten Fahrt sehr genau eingestellt werden. Ob der Helm richtig sitzt, können Verbraucher mit einem einfachen Test selbst herausfinden: Sitz des Helms mit Drehknopf oder Schieber möglichst genau anpassen. Dann den Kopf schütteln und nach vorne beugen. Verrutscht der Helm nicht und fällt bei der Vorbeuge nicht herunter, passt der Kopfschutz.
Methodik-Hinweis: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.004 Personen ab 16 Jahren. Die Befragung hat im Mai 2021 stattgefunden. Die Fragen lauteten: „Es wird immer wieder über eine Helmflicht im Straßenverkehr diskutiert. Sind Sie bei den folgenden Verkehrsteilnehmern voll und ganz dafür, eher dafür, eher dagegen oder voll und ganz dagegen, eine Helmpflicht einzuführen?“ „Fahren Sie regelmäßig, also mindestens einmal pro Monat, mit einem normalen Fahrrad, mit einem Elektrofahrrad (E-Bike, Pedelec), mit beiden oder fahren Sie nicht regelmäßig Fahrrad?“
Weitere Informationen unter www.tuev-verband.de
Über den TÜV-Verband: Der Verband der TÜV e. V. vertritt die politischen und fachlichen Interessen seiner Mitglieder gegenüber Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Der Verband setzt sich für technische und digitale Sicherheit bei Produkten, Anlagen und Dienstleistungen durch unabhängige Prüfungen und qualifizierte Weiterbildung ein. Mit seinen Mitgliedern verfolgt der TÜV-Verband das Ziel, das hohe Niveau der technischen Sicherheit in unserer Gesellschaft zu wahren und Vertrauen für die digitale Welt zu schaffen.
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