- Technische Lösungen können die Verkehrssicherheit verbessern
- Funktionsweise und Umgang mit den Systemen sollte Bestandteil der Fahrausbildung werden
- EU-Führerscheinrichtlinie um Assistenzsysteme erweitern
Fahrschüler sollten ohne Assistenzsysteme sicher unterwegs sein
Wichtig ist aber auch, dass Fahrschüler lernen, ohne Assistenzsysteme zurechtzukommen. „Besonders junge Autofahrer sind nach der Fahrschule häufig auf günstige und ältere Autos angewiesen, die nicht mit den modernsten Systemen ausgerüstet sind“, erläutert Waschke. „Wenn sie sich vorher in ihrer Ausbildung nur auf elektronische Unterstützung verlassen haben, steigt das Unfallrisiko.“ Deswegen sollte etwa bei der praktischen Fahrprüfung mit adaptiven Konzepten vorgegangen werden, bei denen einzelne Systeme auch deaktiviert werden können. Zukünftig soll daher der Fahrprüfer entscheiden, ob und wann welche Assistenzsysteme in der Prüfung verwendet werden. Der amtlich anerkannte Sachverständige oder Prüfer soll die Möglichkeit haben, bei Systemen mit Sicherheitsrelevanz zu verlangen, dass der Bewerber das System aktiviert und überwacht. Gleichzeitig müssen im Rahmen der praktischen Prüfung aber auch Fahraufgaben ohne Systemunterstützung ausgeführt werden. Denn Abstandhalten oder sichere Spurwechsel gehören zur Grundkompetenz hinter dem Steuer. Waschke: „Assistenzsysteme sind wichtige Hilfsmittel, ersetzen aber nicht die individuelle Fahrkompetenz.“
Europaweite Mindeststandards für Ausbildung und Prüfung mit Assistenzsystemen
Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit wird ab 2022 nach der „General Safety Regulation“ in jedem neuen Fahrzeugtyp und ab 2024 in jedem neuzugelassenen Fahrzeug eine Grundausstattung an elektronischen und digitalen Assistenzsystemen zur Pflicht. Bislang sind sie aber weder verpflichtender Bestandteil der Fahrausbildung noch der Fahrerlaubnisprüfung. Abhilfe kann die anstehende Überarbeitung der EU-Führerscheinrichtlinie schaffen. „Künftig müssen europaweit Minimalstandards für die Ausbildung und Prüfung mit Fahrerassistenzsystemen gelten“, fordert Waschke.
Methodik-Hinweis:
Grundlage der Ergebnisse ist eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsunternehmens Forsa im Auftrag des TÜV-Verbands unter 1.000 Personen ab 16 Jahren in Deutschland.>
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Foto: TÜV Süd