Die Unfallexperten von Dekra warnen Autofahrer davor, bei Nebel dem Vordermann auf der Fahrbahn blind zu vertrauen. „Es ist ein verbreiteter Fehler bei Nebel, sich an den Vordermann ‚anzuhängen‘ und schneller zu fahren als eigentlich erlaubt“, warnt Unfallforscherin Stefanie Ritter: „Müssen die vorn fahrenden Fahrzeuge stark bremsen, kann es für die Autos im Schlepp schnell zu eng werden. Das Anhängen an den Vordermann bei Nebel ist häufig die Ursache von Massenunfällen auf den Autobahnen.“
Wird die Sicht durch Nebel erheblich behindert, müssen Autofahrer auch am Tage das Abblendlicht einschalten. Achtung: „Manchmal erkennt die Lichtautomatik die kritische Wettersituation nicht und schaltet das Licht nicht ein. Tagfahrleuchten reichen keinesfalls aus: Sie sind zu schwach, zudem sind die Rückleuchten nicht aktiv“, so Ritter. Auch Fern licht eignet sich nicht, weil die feinen Nebeltröpfchen das Licht stark reflektieren und den Fahrer blenden, ganz im Unterschied zu Nebelscheinwerfern. Die Nebelschlussleuchte darf erst dann eingeschaltet werden, wenn die Sichtweite unter 50 Metern liegt. Dann darf man allerdings auch nur noch maximal 50 km/h fahren.
Wer in eine Nebelwand einfährt, darf mit Rücksicht auf die nachfolgenden Fahrzeuge nicht zu abrupt bremsen, um keinen Auffahrunfall mit dem Hintermann auszulösen. Einen großen Sicherheitsgewinn bei schlechter Sicht bieten Fahrzeuge, die schon mit ACC (Active Cruise Control) ausgerüstet sind. Es kann mit Hilfe von Radarwellen durch den Nebel schauen, ein für den Fahrer nicht sichtbares Hindernis erkennen und notfalls auch eine Notbremsung einleiten. Deshalb bei Beginn einer Nebelfahrt kontrollieren, ob das System aktiviert ist.
Dekra e. V.