Unklarheiten offenbar vor allem bei abknickender Vorfahrtstraße
„Richtiges Blinken ist ein Sicherheitsfaktor, denn es macht einen großen Teil der Kommunikation zwischen Verkehrsteilnehmern aus. Für die Verkehrssicherheit ist es extrem wichtig, dass ein Verkehrsteilnehmer einschätzen kann, was ein anderer vorhat“, so Dekra-Unfallforscher Andreas Schäuble. „Umso wichtiger ist, dass alle die geltenden Regeln kennen und sich daran halten. Das schafft Klarheit und kann helfen, gefährliche Situationen oder mögliche Unfälle aufgrund von Missverständnissen zu vermeiden.“
Mehr als 5.500 Fahrzeuge haben die Dekra-Experten beobachtet – in Kreisverkehren, an abknickenden Vorfahrtstraßen, an Kreuzungen mit und ohne Abbiegestreifen sowie auf der Autobahn. Über alle Verkehrssituationen hinweg blinkten im Durchschnitt 50 Prozent aller Fahrerinnen und Fahrer richtig. Große Unterschiede gab es jedoch zwischen den einzelnen Situationen.
Auch im Kreisverkehr wissen nicht alle Autofahrer Bescheid, wie es richtig geht. „Beim Einfahren darf nicht geblinkt werden; nur zum Ausfahren aus dem Kreisverkehr muss der rechte Blinker gesetzt werden“, erklärt der Experte. „Das sind die Regeln in Deutschland. Allerdings gelten in anderen Ländern teilweise andere Regeln.“ Eine langjährige Forderung in der Verkehrssicherheitsarbeit von Dekra ist es, die Verkehrsregeln zumindest innerhalb der Europäischen Union, soweit möglich und sinnvoll, zu vereinheitlichen.
Bei der Verkehrsbeobachtung der DEKRA Unfallforscher blinkten Frauen (53 Prozent) übrigens häufiger richtig als Männer (45 Prozent). Auffällig war auch, dass bei den Lkw-Fahrern der Anteil derer, die richtig blinkten, mit 62 Prozent deutlich höher lag als im Gesamt-Durchschnitt aller beobachteten Verkehrsteilnehmer.
DEKRA e.V.
Fotos: Werner Popp / Dekra