Hochkomplexes System vereint unterschiedlichste
innovative TechnologienVon Petra Grünendahl
https://www.youtube.com/watch?v=ImaHcKCqeLk
https://www.youtube.com/watch?v=C0ttwEdRlpI
Weniger Unfälle und mehr Kraftstoffökonomie
Der „Autopilot“ verhält sich immer regelkonform, d. h. er hält sich an Verkehrsregeln. Wenn mehr Fahrzeuge automatisiert fahren, dann wird es zwangsläufig weniger regelwidriges Verhalten geben. Die Gefahren sinken, durch regelwidriges Verhalten Unfälle zu provozieren. Je mehr Fahrzeuge in Standardsituationen unterwegs sind, z. B. im Stop-and-go-Verkehr in der Stadt oder im Stau, umso großer ist das Potenzial, durch einen gleichmäßigen Verkehrsfluss den Kraftstoffverbrauch zu senken: den einzelner Fahrzeuge ebenso wie global aller dort fahrenden Fahrzeuge.
KOMMENTAR
Noch fehlen rechtliche Rahmenbedingungen für den Einsatz autonomer Fahrzeuge im Straßenverkehr. Unzweifelhaft unterstützen diese Fahrzeuge Fahrer in Routine-Situationen, können evtl. Gefahrenmomente schneller erkennen und auf sie reagieren. Allerdings sollte das System immer einem voll verantwortlichen Fahrer unterstehen, der jederzeit aktiv übernehmen kann. Das setzt die unbedingte Fahrtüchtigkeit voraus. Zum Kaschieren von anhaltender Fahruntüchtigkeit – egal, ob beispielsweise alkoholbedingt, bei Krankheit oder aus Altersgründen – taugt es nicht, denn letztendlich ist der Mensch am Steuer verantwortlicher Fahrzeugführer, der zur Rechenschaft gezogen werden kann und für Fehler auch zur Rechenschaft gezogen werden muss. Das heißt aber nicht, dass das System ihm nicht in Schwächesituationen (Sekundenschlaf, kurzes abgelenkt sein) helfen darf.
Valeo
Die Unternehmensgruppe Valeo hat ihren Unternehmenssitz in Paris und zählt zu den führenden Automobilzulieferern weltweit. Mit fast 80.000 Mitarbeitern ist Valeo in 29 Ländern präsent. Als Technologie-Unternehmen hat sich Valeo auf die Entwicklung, Fertigung und den Vertrieb von Komponenten, integrierten Systemen und Modulen für Pkw und Nutzfahrzeuge sowohl in der Erstausrüstung als auch im Aftermarket (Nachrüst- oder Ersatzteilmarkt) spezialisiert. Die Produktpalette reicht von Systemen zur Verbesserung der Sicht (Visibility Systems) über Komfort- und Fahrerassistenzsysteme (Comfort and Driving Assistance Systems) sowie Thermische Systeme (Heiz- und Kühlsysteme, Thermal Systems) bis hin zu Antriebssystemen (Powertrain Systems). Zu den Kunden zählen alle wichtigen Automobilhersteller. Mit einem Gesamtumsatz von 12,7 Mrd. Euro (2014) wuchs man im vergangenen Jahr gegen den Trend um 6 Prozent. Mehr als 10 Prozent des Erstausrüsterumsatzes fließen heutzutage in Forschung und Entwicklung: Über 1,1 Mrd. Euro waren es in den Jahren 2013 und 2014.
Valeo in Deutschland
Seit 82 Jahren gibt es Valeo auch in Deutschland, aktuell arbeiten hier 4.600 Mitarbeiter an 13 Standorten. Die deutsche Valeo-Zentrale sitzt in Bietigheim-Bissingen, 20 Kilometer nördlich von Stuttgart. Die Nähe zum Kunden gerade in Deutschland ist wichtig, da 30 Prozent als größter Anteil des Konzernumsatzes mit deutschen Autoherstellern erwirtschaftet werden. Bietigheim-Bissingen ist mittlerweile der zentrale Standort für die Forschung & Entwicklung im Bereich Autonomes Fahren (Automatisiertes Fahren). Insgesamt arbeiten in der Forschung & Entwicklung in Bietigheim-Bissingen rund 800 Mitarbeiter aus 34 Ländern – und jährlich werden es mehr. Mit Verbindungsbüros ist man in Rüsselsheim, Wolfsburg, München und Bietigheim-Bissingen präsent. Fünf Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen konzentrieren sich auf die passgenaue Produktentwicklung für die deutschen Kunden und den deutschen Markt. Fünf Produktionsstandorte stehen in Deutschland: Bietigheim-Bissingen (Wischersysteme), Wemding (Umfelderkennung, Einparkhilfen), Neuses (Wischersysteme) und Bad Rodach (Klimasysteme) sowie Bremen (Frontend-Module). Valeo Service am Standort Ratingen (NRW) verantwortet das Nachrüst- und Ersatzteilgeschäft (Aftermarket).
Safran als Entwicklungspartner
Safran ist eine international aufgestellte französische Hochtechnologie-Unternehmensgruppe spezialisiert auf Luft- und Raumfahrt, Verteidigungs- und Sicherheitssysteme. Als Alleinentwickler, aber auch in Entwicklungspartnerschaften ist Safran auf seinen Kernmärkten europaweit oder sogar global Marktführer. Da beide Partner an den gleichen Technologien forschten, wenn auch für unterschiedliche Anwendungsbereiche, habe eine Bündelung der Kompetenzen nahe gelegen, erklärte Jean-Paul Herteman, Vorstandsvorsitzender von Safran bei der Präsentation in Paris. Valeos Vorstandsvorsitzender Jacques Aschenbroich ergänzte: „Wir sind ein Team, das die gleichen Werte teilt ebenso wie den gleichen Drang zu Innovationen und deren schneller Markteinführung.“
Im Zentrum der Entwicklungspartnerschaft, die erst vor gut anderthalb Jahren besiegelt worden war, stehen für Valeo Fahrerassistenz-Systeme (Umfelderkennung) und autonomes Fahren, aber auch die Nutzung von Gesichtserkennungstechnologien (driver alertness monitoring = Fahreraufmerksamkeitsüberwachung) und Konnektivität (Smart Key). Vom Technologietransfer zwischen unterschiedlichen Anwendungsgebieten profitiert der Autofahrer mit technischen Innovationen, die das Autofahren sicherer, komfortabler und sparsamer machen. Beide Unternehmen investieren bedeutende Anteile ihres Umsatzes in Forschung & Technik (Research & Development R&D), so dass sie gemeinsam schneller zu neuen marktreifen Produkten kommen wollen.
https://www.youtube.com/watch?v=ivhbxYb26gw
© 2015 Petra Grünendahl (Text)
Fotos: Valeo (2), Petra Grünendahl (2), Videos: Valeo