- E-Call von Autofahrern als sehr wichtig eingestuft
- Zögerlich beim Thema automatisiertes Fahren
- Investitionsbereitschaft für Fahrassistenz-Systeme vorhanden
- Zu viel Technik als Ablenkung im Auto empfunden
Wenn nach der Wichtigkeit der Assistenzsysteme im Auto gefragt wird, so nennen 74 % den Schleuderschutz ESP. Auf die Frage nach dem Notbremsassistent sagen 66 % der Befragten, dass sie auf ihn nicht verzichten wollen, der Nachtsicht-Assistent wird von 64 % als wichtig eingestuft. In der Gewichtung der Autofahrer folgen das Navigationssystem (63 %), der Spurhalteassistent (54 %), das Einschlaf-Warnsystem (49 %), das adaptive Kurvenlicht (48 %), der Einparkassistent (45 %), der Tempowarner (37 %) und das Alkohol-Testsystem (14 %).
Befragt wurden die Autofahrer auch nach ihrer Beurteilung der Multimedia-Systeme im Fahrzeug. Der klare Sieger ist hier der sogenannte E-Call, der die automatische Ortung und Benachrichtigung des Rettungsdienstes beinhaltet. 86 % sehen sie als die wichtigste Multimedia-Einrichtung an. Für 59 % ist die Kommunikation Auto zu Auto wichtig, Navi über Internet mit Stauumfahrung wollen 55 %, 39 % wollen den Parkplatz elektronisch suchen lassen, die Bluetooth-Schnittstelle wünschen 34 % und ein Head-up-Display auf der Windschutzscheibe 19 %. Eine Sprachbedienung der Systeme ist für 33 % wichtig.
Fragt man nach dem Internet im Auto, so wollen 36 % der Befragten Anschluss und Bedienung für das Smartphone, 13 % Zugang zum Internet über das Auto. Mails vorgelesen bekommen und sprachlich beantworten, wollen 12 %, Skype nutzen im Auto wollen 8 % und 5 % wollen Apps aus dem Auto herunter laden.
Die Zeiten des „normalen Musiksystems“ im Auto sind für die vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer vorbei. 35 % wollen eine USB-Schnittstelle, iPod und MP3-Player sollen für 31 % im Auto bedient werden können, gerade laufende Musiktitel wollen 11 % downloaden und 7 % wünschen Abspielmöglichkeiten für Videos und Spiele.
Fragen stellten die Interviewer des KÜS Trend-Tacho auch zum aktuell heftig diskutierten Thema autonomes oder besser automatisiertes Fahren. Auf Teilstrecken wie Autobahnen und Landstraßen können sich 26 % der Befragten vorstellen, autonom zu fahren, 74 % wollen das nicht. Ganz konkret würden 22 % ein Auto kaufen, das automatisiert überall, also auf allen Straßen und auch in der Stadt, fährt. 78 % wollen kein solches Fahrzeug erwerben.
30 % der befragten Autofahrer sind bereit bis zu 1.000 Euro für Systeme zu zahlen, die der Sicherheit dienen (z. B. Notbrems- oder Spurhalteassistent), 32 % würden sogar mehr als 1.000 Euro investieren, 19 % haben hierzu keine Meinung. Für Komfortsysteme (z. B. Parkassistent, Navisystem) wollen 36 % bis 1.000 Euro mehr zahlen, 13 % mehr als 1.000 Euro und 18 % haben hierzu keine Angaben gemacht. Für bessere Kommunikation im Auto (z. B. Internet, automatischer Notruf) legen laut dem KÜS Trend-Tacho 20 % bis 1000 Euro mehr an, 3 % mehr als 1.000 Euro und 15 % haben keine Angaben gemacht.
Auch zur Vorliebe für die Bedienung der Multimedia-Ausstattung wurde gefragt. 62 % wollen Lenkradfernbedienung, 42 % Spracherkennung, 36 % Touchscreensteuerung über den Monitor und 28 % einen Controller auf der Mittelkonsole.
Kein Problem mit den Bedieninstrumenten in ihrem Fahrzeug haben 96 %, 4 % tun sich damit schwer. Im Einzelnen sind für 40 % die Funktionen der Bedienelemente unklar, 39 % werden von deren Vielzahl abgelenkt und 32 % bemängeln zu viele Kontrollleuchten deren Funktion nicht verständlich ist. Unverständlich ist die Bedienung der Audio-, Telefon- und Navisysteme für 27 % der Befragten, für 27 % sind die Bedienelemente schlecht zu erreichen und 25 % geben an, das Cockpit sei unübersichtlich.
Der technische Fortschritt im Auto erhöht die Sicherheit im Straßenverkehr – das sagen 73 % der vom KÜS Trend-Tacho befragten Autofahrer, 18 % sagen nein, das ist nicht so, 9 % wissen es nicht. Gleichzeitig sehen 80 % der Befragten auch die Gefahr der Ablenkung durch zu viel Technik in der Innenausstattung, für 16 % ist das kein Thema, 4 % wissen es nicht. „Das Thema Fahrassistenzsysteme wird bei den Autofahrern kontrovers diskutiert und bei der Frage nach dem automatisierten Fahren herrscht noch Skepsis – das sagt der KÜS Trend-Tacho. Wichtig ist es wohl, den Menschen bei all diesen Dingen nicht zu vergessen“, so Peter Schuler, der Bundesgeschäftsführer der KÜS, zum aktuellen Trend-Tacho.
Befragt werden beim Trend-Tacho von KÜS und kfz-betrieb Autofahrer/-fahrerinnen in Deutschland, die für die Wartung und Reparatur ihres Fahrzeuges verantwortlich sind. 1.000 Personen werden im Rahmen einer repräsentativen Zufallsauswahl in einer telefonischen und Online-Erhebung (Methode Telefon CATI-System: Askia/Methode Online: CAWI-System: Askia) befragt. Der Befragungszeitraum war der Monat Oktober 2014. Die Durchführung geschieht durch das renommierte Institut BBE Automotive GmbH in Köln.
– Presseinfo der KÜS
Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e.V. –