Ganz gleich ob man das E-Bike in der nasskalten Jahreszeit weiternutzt oder es in den Winterschlaf schickt – in beiden Fällen verlangt der Akku nach besonderer Aufmerksamkeit. Was es genau beim Energiespeicher zu beachten gibt, zeigt der pressedienst-fahrrad.
Kalkül für kühle Tage: Akkumanagement
Moderne Pedelecs beziehen ihre Energie aus Lithium-Ionen-Akkus, die sich durch ihr Leistungsgewicht auszeichnen. Bei Minusgraden kann die Leistung und damit die Reichweite jedoch auf bis zu 70 Prozent des Gewohnten zurückgehen. Laut Anja Knaus vom schweizerischen E-Bike-Pionier Flyer (www.flyer.ch) sei das aber kein Defekt. Mit den steigenden Temperaturen im Frühjahr käme nämlich die volle Leistung wieder. „Die verkürzte Reichweite machen mitunter ein neues Akkumanagement bzw. andere Ladestrategien nötig“, erläutert Knaus. So können Pendler etwa ein zweites Ladegerät am Arbeitsplatz stationieren. Bei Temperaturen unterhalb des Gefrierpunkts sollte der Energiespeicher gemäß den Empfehlungen Horschs nach Fahrtende ohnehin mit in die Wohnung bzw. ins Büro genommen werden, um ihn nicht zu sehr auskühlen zu lassen. Während des Fahrens hält sich der Akku durch die Stromentnahme selbst warm; im Handel erhältliche Akkuhüllen aus Neopren verstärken diesen Effekt, was wiederum der Reichweite zuträglich ist.
Draußen fahren, drinnen laden
Für den Winterschlaf betten
Wer sein E-Bike und damit auch den Akku in den Winterschlaf schickt, der sollte beides ordnungsgemäß einlagern, und zwar separat: „Das Rad muss sauber, gut geschmiert und trocken stehen. Eine Abdeckplane hält Staub fern. So überwintert das E-Velo schadenfrei“, weiß Anja Knaus von Flyer, und sie empfiehlt, den Akku bei einer Temperatur von etwa fünf bis 20 °C zu lagern. Dabei sollte der Energiespeicher zu 50 bis 80 Prozent geladen sein. Dank Lithium-Ionen-Technologie moderner Akkus sind Erhaltungsladungen erst nach sehr langem Nichtgebrauch erforderlich. Ab einer Lagerungsdauer von über drei Monaten raten Experten zur Kontrolle des Ladezustands. Den Grund erklärt Peter Horsch: „Eingebaute Schutzschalter im Akku verbrauchen etwas Strom, was eine Tiefentladung theoretisch möglich macht.“ Diese hätte laut Horsch eine Reduzierung der Speicherfähigkeit, im schlimmsten Falle eine Beschädigung des Akkus zur Folge. „Zum Glück ist das nur graue Theorie und im Alltag die Seltenheit.“ Vor der ersten Fahrt im Frühjahr sollte der Akku dann vollständig geladen werden.
Generell gilt: Im Zweifelsfall weiß der Fachhändler über modellspezifische Besonderheiten im Umgang mit Motor-und Akkutypen Bescheid. Doch ob man nun das E-Bike einmottet oder es den Winter hindurch benutzt – beides schadet weder Rad noch Radler.
– Information und Fotos vom Pressedienst Fahrrad –